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Sunday, 22 January 2012 09:28

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100 Jahre wk wohnen  
Eine wk - interieurmanufaktur + wk - küchenmanufaktur sind die Hilfe.

Nachdem wk - wohnen zum 100. Geburtstag zusammen mit den großen wk - Herstellern und wk - Lieferanten in den Großflächen verschwunden ist, erscheint es notwendig für die verbliebenen gehobenen Einrichtungsstudios und Einrichtungshäuser entsprechende Marketinggruppen zu etablieren. Sowohl für den Wohnbereich, als auch für den Küchenbereich. Kleine Marketinggruppen mit leistungsstarken Werkstätten und Manufakturen, die dem geschrumpften Umsatz der gehobenen Drei- und Viersterne-Inneneinrichter mit entsprechenden Einrichtungsstudios und Einrichtungshäusern gerecht werden.

In diesem Bereich könnte man schon längst in der Öffentlichkeit stehen. Da die im naturverbundenen und individuellen Intereurniveau arbeitenden Dreisterne - Inneneinrichter, sowohl mit den bekannten Kollektionen arbeiten, darüber hinaus aber auch naturverbundene, individuelle Inneneinrichtungen verwirklichen. Notwendig sind also Manufakturen, die eine wk - interieurkollektion haben, aber auch in der Lage sind Sonderanfertigungen für den individuellen Bereich der anspruchsvollen Kundinnen zu fertigen. Also marktneutrale Produkte anbieten. Denn nicht alle sind in der Lage in eigenen Werkstätten oder Vertragswerkstätten zu fertigen.

Die Inneneinrichter müssen davon ausgehen, dass fast alle großen gehobenen Möbelhersteller in den Großflächen verschwinden. Die Großflächen – die nach wie vor hohe Umsätze erzielen - werden sich auf diesen Bedarf einstellen und entsprechende Abteilungen mit Selbstbedienung einrichten. Will der Kunde beraten werden, muß er dafür bezahlen.

Im Grunde ging mit wk – wohnen nicht nur das bereits hundert Jahre alte Symbol für Markenmöbel unter, sondern auch das Design. Für den anspruchsvollen Kunden wurde alles zu Prêt-à-porter.

Markeneinrichter gibt es kaum noch. Außer die Marketinggruppe Domicil, die sich immer mehr bemüht, den Hauptanforderungen im Markenartikelbereich gerecht zu werden.

Naturverbundene Möbel:

Qualitätsmöbel bedeutet, dass Kastenmöbel ausschließlich in Massivholz gearbeitet sind. Nur die Großflächen dürfen aus Stäbchenplatten sein. Die gleichen Qualitätsmaßstäbe müssen für Polstermöbeln gelten. Natur zählt.

Individuelle Möbel und Innenausbau.

Dies ist nur möglich, wenn kleine leistungsfähige Manufakturen zur Seite stehen.

Festpreise:

Dies wird konsequent durchgezogen. Sowohl in den eigenen Domicil - Manufakturen, aber auch bei Franchisingpartnern, die eine Domicil - Manufaktur führen.

Nur in diesem Bereich kann man weiterhin von einem Markenartikel – Geschäft sprechen.

Hierzu zählt zum Teil auch IKEA. Allerdings entsprechen nur einige Möbel der erforderlichen Qualität. Zumindest gilt hier ausschließlich der Festpreis. Denn selbst bekannte Kunden, wie der ehemalige Ministerpräsident von Sachen, Professor Kurt Biedenkopf, bekommt bei IKEA in Dresden keinen Rabatt.

Das nennt man Format. Vielleicht kommt genau dieses Format im Rahmen der Entwicklung zur naturverbundenen, individuellen Inneneinrichtung auch bei den gehobenen Einrichtungsstudios und Einrichtungshäuser wieder. Genug gelitten hat diese Gruppe bereits in den letzten 20 Jahren.

Josef Nuxoll A.d.M.

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Sunday, 08 January 2012 08:32

Die Hersteller sind im Verhältnis zum Umsatz des gehobenen Möbel- und Einrichtungshandels zu groß geworden

 

Ich hätte dies selber ausrechnen können, aber drauf gebracht hat mich Oliver Höhner, der dies bei der Übernahme von wk - wohnen als erstes festgestellt hat. Man kennt die Lieferanten von wk - wohnen nicht und ist dem auch nie richtig nachgegangen. Aber wenn man bedenkt, dass von den ca. 500 gehobenen Einrichtungsstudios und Einrichtungshäusern 162 zugemacht haben, dann kann man sich selber ausrechnen, dass der Umsatz dieser Spitzengruppe um fast die Hälfte gesunken sein muss.

Im vergangene Jahr haben nur drei geschlossen:

Der elegante Inneneinrichter Spörri in Zürich, Olbrich in Hagen und Althoff in Münster.

Im Jahre 2010 waren es zehn, dabei auch einige Große der Branche.

Die gleiche Tendenz wie in den letzten 15 bis 20 Jahren, wo wir Instititionen wie Luger in Dornbirn, Österreich, Die Einrichtung in München, Reim in Nürnberg, Helberger in Frankfurt, Graff in Bonn, Yserntant in Aachen, Pesch in Köln, Pasche in Wuppertal mit seinem grossen Lichthof, Olbrich in Hagen, R.v.E. in Düsseldorf, Althoff in Münster, Adena in Wilhelmshafen, Winkler in Bremerhafen, Ordnung in Hamburg, und neue Wohnkultur in Berlin verloren haben.

Drei Häuser stechen heute noch aus denen, die übrig geblieben sind, heraus. Bornhold die Einrichter in Hamburg, die von ihrer hervorragenden Lage profitieren und durch den Sonderanfertigungsbereich seit vielen Jahren erfolgreich arbeiten. Böhmler die Einrichtung im Tal, in München, auch allerbeste Lage und auch mit getragen von dem individuellen Fertigungsbereich sowie Seipp in Tiengen, gut gelegen an der Grenze zur Schweiz, wo steuerliche Gegebenheiten hilfreich sind.

Der Verlust der Zugpferde der Einrichtungsbranche und die Aufhebung der Preisbindung im Jahre 1974 haben erheblich zu dieser Schrumpfung beigetragen. Hinzu kam, dass die großen Häuser wie Pesch hier in Köln von den im weiteren Umfeld liegenden Einrichtungsstudios  und Labtopmöbelhändlern mit eine und zwei Millionen Umsatz im Jahr als Beratungs- und Ausstellungszentrum genutzt wurden. "Diese Ausstellungsfläche fehlt uns und den Kollegen sehr", gesteht der Inhaber eines Einrichtungsstudios im Kölner Umland. "Wir haben die Kunden zu Pesch geschickt und gekauft haben sie anschließend bei uns, weil Pesch ja keine Prozente gab. Die neuen Firmen die sich dort nun etabliert haben, sind jetzt eine harte Konkurrenz."

Wenn nun fast alle bisherigen Lieferanten zu groß geworden sind, bleibt nur eins: Kleinere zu suchen, denn die großen Hersteller fühlen sich sowieso nicht mit den kleineren Inneneinrichtern verbunden, wie die Inneneinrichter in einem Grundsatzgespräch mit den Lieferanten in einer westdeutschen Großstadt erfahren mussten. Als die Inneneinrichter erklärten, dass sie Abstand von den Herstellern nehmen würden, wenn sie weiter die Großflächen beliefern würden, meinten diese, dann müssen wir die Zusammenarbeit mit Ihnen beenden.

Entäuscht sind die Inneneinrichter dann nach Hause gezogen. Es bleibt also nichts anderes übrig als neue Hersteller und Lieferanten zu gewinnen. Kleine leistungsfähige Werkstätten und Manufakturen, die den Anforderungen nach einer naturverbundenen und individuellen Inneneinrichtung gerecht werden. Dann bekommen die Inneneinrichter auch wieder Boden unter den Füßen.

Josef Nuxoll

 
viersterne inneneinrichter