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Die Hersteller sind im Verhältnis zum Umsatz des gehobenen Möbel- und Einrichtungshandels zu groß geworden
Ich hätte dies selber ausrechnen können, aber drauf gebracht hat mich Oliver Höhner, der dies bei der Übernahme von wk - wohnen als erstes festgestellt hat. Man kennt die Lieferanten von wk - wohnen nicht und ist dem auch nie richtig nachgegangen. Aber wenn man bedenkt, dass von den ca. 500 gehobenen Einrichtungsstudios und Einrichtungshäusern 162 zugemacht haben, dann kann man sich selber ausrechnen, dass der Umsatz dieser Spitzengruppe um fast die Hälfte gesunken sein muss.
Im vergangene Jahr haben nur drei geschlossen:
Der elegante Inneneinrichter Spörri in Zürich, Olbrich in Hagen und Althoff in Münster.
Im Jahre 2010 waren es zehn, dabei auch einige Große der Branche.
Die gleiche Tendenz wie in den letzten 15 bis 20 Jahren, wo wir Instititionen wie Luger in Dornbirn, Österreich, Die Einrichtung in München, Reim in Nürnberg, Helberger in Frankfurt, Graff in Bonn, Yserntant in Aachen, Pesch in Köln, Pasche in Wuppertal mit seinem grossen Lichthof, Olbrich in Hagen, R.v.E. in Düsseldorf, Althoff in Münster, Adena in Wilhelmshafen, Winkler in Bremerhafen, Ordnung in Hamburg, und neue Wohnkultur in Berlin verloren haben.
Drei Häuser stechen heute noch aus denen, die übrig geblieben sind, heraus. Bornhold die Einrichter in Hamburg, die von ihrer hervorragenden Lage profitieren und durch den Sonderanfertigungsbereich seit vielen Jahren erfolgreich arbeiten. Böhmler die Einrichtung im Tal, in München, auch allerbeste Lage und auch mit getragen von dem individuellen Fertigungsbereich sowie Seipp in Tiengen, gut gelegen an der Grenze zur Schweiz, wo steuerliche Gegebenheiten hilfreich sind.
Der Verlust der Zugpferde der Einrichtungsbranche und die Aufhebung der Preisbindung im Jahre 1974 haben erheblich zu dieser Schrumpfung beigetragen. Hinzu kam, dass die großen Häuser wie Pesch hier in Köln von den im weiteren Umfeld liegenden Einrichtungsstudios und Labtopmöbelhändlern mit eine und zwei Millionen Umsatz im Jahr als Beratungs- und Ausstellungszentrum genutzt wurden. "Diese Ausstellungsfläche fehlt uns und den Kollegen sehr", gesteht der Inhaber eines Einrichtungsstudios im Kölner Umland. "Wir haben die Kunden zu Pesch geschickt und gekauft haben sie anschließend bei uns, weil Pesch ja keine Prozente gab. Die neuen Firmen die sich dort nun etabliert haben, sind jetzt eine harte Konkurrenz."
Wenn nun fast alle bisherigen Lieferanten zu groß geworden sind, bleibt nur eins: Kleinere zu suchen, denn die großen Hersteller fühlen sich sowieso nicht mit den kleineren Inneneinrichtern verbunden, wie die Inneneinrichter in einem Grundsatzgespräch mit den Lieferanten in einer westdeutschen Großstadt erfahren mussten. Als die Inneneinrichter erklärten, dass sie Abstand von den Herstellern nehmen würden, wenn sie weiter die Großflächen beliefern würden, meinten diese, dann müssen wir die Zusammenarbeit mit Ihnen beenden.
Entäuscht sind die Inneneinrichter dann nach Hause gezogen. Es bleibt also nichts anderes übrig als neue Hersteller und Lieferanten zu gewinnen. Kleine leistungsfähige Werkstätten und Manufakturen, die den Anforderungen nach einer naturverbundenen und individuellen Inneneinrichtung gerecht werden. Dann bekommen die Inneneinrichter auch wieder Boden unter den Füßen.
Josef Nuxoll
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